Döbelner Allgemeine vom 15. Mai 2008
Napoleon und die Furage
Woanders ist Napoleon Bonaparte als großer Feldherr oder wenigstens als Bewohner in Erinnerung geblieben. Da gibt es Gedenksteine über Gefechte seiner Armee oder Tafeln an Häusern, in denen er sein müdes Haupt für eine Nacht niederlegte. In Döbeln ist der Kaiser nur in Verbindung mit Essen in Erscheinung getreten. Oben auf der Höhe bei Greußnig soll er einst seine Frühstücksbrötchen geschmiert haben. Und weil er das Behältnis mit der Butter an Ort und Stelle zurückließ, nennt man den Platz heute noch Butterbüchse. Soweit die Legende, die wir gerne glauben wollen, weil Napoleon sonst spurlos an uns vorübergegangen wäre.
Die Butter hätten wir also schon, jetzt kriegen wir auch noch das Brot dazu. Ein Brot, das nach der berühmten Schlacht bei Leipzig benannt wurde, bei der Napoleon eins auf den Dreispitz kriegte: das Völkerbrot. Das finde ich klasse. Wer will, kann jetzt Brot und Butterbüchse bei einem Picknick mit Blick über Döbeln zusammenführen. Aber nichts davon liegen lassen. Sonst nennen unsere Nachkommen die Anhöhe dereinst vielleicht respektlos "Butterbemme", grinstDAgobert


